Die Schweizerische Sozialhilfestatistik im Kanton Graubünden 2011 Die Sozialhilfequote gehört weiterhin zu den tiefsten in der Schweiz

Die Sozialhilfequote gehört weiterhin zu den tiefsten in der Schweiz

Neuchâtel, 23.10.2012 (BFS) - Die Sozialhilfequote des Kantons Graubünden ist auch im Jahr 2011 eine der tiefsten in der Schweiz. Wie im Vorjahr bezogen 1,1 Prozent der Bündnerinnen und Bündner Leistungen der Sozialhilfe. Die Anteile der Personen mit Sozialhilfe im Alter von 46 bis 55 und 56 bis 64 Jahren nahmen in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Die Sozialhilfequote von ausländischen Staatsangehörigen sinkt seit 2008 und liegt 2011 bei 2,1 Prozent.

Im Vergleich zu strukturell ähnlichen Schweizer Kantonen liegt die Sozialhilfequote im Kanton Graubünden weiterhin tief. Nur gerade 1,1 Prozent der Bündner Bevölkerung bezieht Leistungen der Sozialhilfe. Das sind 2'179 Personen, 28 weniger als im Jahr 2010. Von 2009 bis 2011 lagen die Fallzahlen des Kantons auf einem ähnlichen Niveau, die Anzahl der Personen hingegen nahm in derselben Zeit kontinuierlich ab. Ein Sozialhilfefall besteht somit aus immer weniger Personen. Diese Entwicklung äussert sich auch in der Fallstruktur von Sozialhilfebeziehenden. Ein-Personen-Fälle nehmen zu, die Anzahl Paare mit Kindern nimmt ab.

Zunahme der älteren Sozialhilfeempfänger/innen

Die Anteile der Sozialhilfeempfänger/innen im Alter von 46 bis 55 und 56 bis 64 Jahren nahmen in den letzten Jahren zu. Von 2008 auf 2009 sanken die Anteile noch leicht. Seit 2009 (14,6 bzw. 6,7 Prozent) steigen sie aber stetig und kommen im Jahr 2011 bei 15,7 bzw. 8,6 Prozent zu liegen. Diese Zunahme deutet an, dass ältere Personen im Gegensatz zu anderen Altersgruppen zunehmend Schwierigkeiten haben, Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden.

Weiterhin sinkende Sozialhilfequote

Während die Sozialhilfequote der Schweizer/innen im Kanton Graubünden die letzten zwei Jahre stabil war, sank diejenige der Ausländerinnen und Ausländer. 2008 lag die Sozialhilfequote von Personen ohne Schweizer Pass bei 3,1 Prozent, 2011 noch bei 2,1 Prozent. Im selben Zeitraum sank die Sozialhilfequote der Schweizer/innen von 1,0 auf 0,9 Prozent.

Abnahme der Fälle mit einer Deckungsquote von 100%

Die Deckungsquote eines Falles wird bestimmt durch den Anteil an finanzieller Unterstützung, welcher der Sozialdienst am gesamten Lebensbedarf eines Sozialhilfefalls abdeckt. Der Anteil an Fällen, deren Lebensbedarf zu 100% (Deckungsquote von 1) vom Sozialdienst übernommen werden muss, sinkt im Kanton Graubünden seit Jahren. Eine volle Deckung benötigten 2008 noch fast 35 Prozent aller Fälle mit Sozialhilfeleistungen. 2011 ist der genannte Anteil auf unter 30 Prozent gefallen. Die Abnahme der Fälle mit einer vollen Deckung deutet darauf hin, dass zunehmend mehr Sozialhilfebezüger/innen einen Teil ihres Lebensbedarfs entweder durch Erwerbseinkommen selber decken können oder durch andere Sozialleistungen unterstützt werden.

Einfach- und Mehrfachbezüge bedarfsabhängiger Sozialleistungen

2011 wurde für den Kanton Graubünden erstmals die Bezügerquote der bedarfsabhängigen Sozialleistungen ausgewiesen. Diese bezieht sich auf alle Personen, die während mindestens einem Monat des Jahres 2011 eine der folgenden bedarfsabhängigen Sozialleistungen bezogen haben: Wirtschaftliche Sozialhilfe, Mutterschaftsbeiträge, Alimentenbevorschussung. Personen, die mehr als eine dieser Leistungen bezogen haben, werden nur einmal gezählt. 2011 beträgt die Bezügerquote der bedarfsabhängigen Sozialleistungen im Kanton Graubünden 1,6 Prozent. Nur 11,2 Prozent aller Fälle mit Wirtschaftlicher Sozialhilfe beziehen zusätzlich Mutterschaftsbeiträge oder Leistungen der Alimentenbevorschussung. Bedeutend höher liegt dieser Anteil, wenn von Fällen mit Mutterschaftsbeiträgen ausgegangen wird. 35 Prozent dieser Fälle beziehen zusätzlich Sozialhilfeleistungen und zwei weitere Prozent beziehen ergänzend Leistungen der Alimentenbevorschussung.

Detagls

Perioda preschentada
2011
Numer UST
0350-1211-00

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Tip d’artitgel:
Medienmitteilung
Publitgà sin il:
23.10.2012

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