Materielle und soziale Deprivation

Materielle und soziale Deprivation

Eine Person gilt als materiell und sozial depriviert, wenn sie aus finanziellen Gründen einen Mangel in mindestens 5 von 13 Bereichen des täglichen Lebens aufweist, die von den meisten Menschen in Europa als wünschenswert oder sogar notwendig angesehen werden, um ein angemessenes Leben zu führen. Bei einem Mangel in mindestens 7 der 13 Bereiche wird von erheblicher materieller und sozialer Deprivation gesprochen.

Auf Haushaltsebene werden folgende Bereiche berücksichtigt:

  • Keine Zahlungsrückstände (Miete oder Hypothekarzinsen für den Hauptwohnsitz, laufende Rechnungen für Wasser, Strom, Gas und Heizung sowie Kreditrückzahlungen)
  • In der Lage sein, unerwartete Ausgaben von 2500 Franken innerhalb eines Monats zu tätigen
  • In der Lage sein, eine Woche Ferien pro Jahr weg von zu Hause zu finanzieren
  • In der Lage sein, mind. jeden 2. Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder vegetarischer Entsprechung zu haben
  • In der Lage sein, die Wohnung ausreichend zu heizen
  • Ein Auto zur privaten Nutzung haben
  • Ersetzen von abgenutzten Möbeln

Auf individueller Ebene werden folgende Bereiche berücksichtigt:

  • Internetzugang zu Hause (inkl. Smartphone, Tablet etc.)
  • Abgetragene Kleider mit einigen neuen Kleidern ersetzen können
  • Besitz von zwei Paar passenden Schuhen, davon ein Allwetterpaar
  • Jede Woche etwas Geld für sich selbst ausgeben, ohne jemanden fragen zu müssen
  • Regelmässige kostenpflichtige Freizeitbeschäftigung
  • Mind. einmal im Monat Freunde oder Familie zum Trinken oder Essen treffen

Details

Spatial division
Switzerland
FSO number
glos-1334-de
Article type:
Definition
Published on:
02.05.2023
Last updated:
05.03.2024

Available Languages