Die Mehrwertsteuer in der Schweiz 2010-2011: Resultate und Kommentare Zunahme der Steuererträge um 6,9 Prozent

Zunahme der Steuererträge um 6,9 Prozent

Bern/Neuchâtel, 22.04.2013 (ESTV/BFS) - Die Netto-Steuerforderungen aus der Mehrwertsteuer betrugen im Jahr 2011 22 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 6,9%. Diese Entwicklung lässt sich massgeblich mit der Erhöhung der Mehrwertsteuersätze per 01.01.2011 erklären.

Mehr als die Hälfte der Netto-Steuerforderungen stellt der Zoll

Die MWST wird von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) und der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) erhoben. Die Summe der beiden Beträge ergibt die gesamte Netto-Steuerforderung aus der MWST. Bei Warenimporten ist die EZV für die Erhebung der Mehrwertsteuer zuständig. Die vorliegende MWST-Statistik konzentriert sich hingegen auf die mit der ESTV abgerechnete Steuer. Die Nettosteuer-Forderung der ESTV berechnet sich aus der Differenz zwischen der Brutto-Steuer und der abziehbaren Vorsteuer. Für die Steuerpflichtigen ergab sich 2011 - auf Grundlage des steuerbaren Umsatzes - eine Brutto-Steuer von 77,4 Milliarden Franken. Bei einer anrechenbaren Vorsteuer von knapp 67,2 Milliarden Franken resultierte ein Saldo von 10,2 Milliarden Franken zu Gunsten der ESTV. Unter Berücksichtigung der von der EZV erhobenen MWST von knapp 11,8 Milliarden Franken belief sich die Netto-Steuerforderung auf insgesamt 22,0 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr (2010: 20,6 Mrd. Franken) um 6,9 Prozent.

Umsatz der mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen

Die mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen haben 2011 einen Gesamtumsatz von 3527,8 Milliarden Franken gemeldet. Der Gesamtumsatz verteilt sich auf den steuerbaren Umsatz (843,9 Milliarden Franken oder 23,9% des Gesamtumsatzes) und den nicht steuerbaren Umsatz (2683,9 Milliarden Franken oder 76,1%). Zum nicht steuerbaren Umsatz zählen insbesondere der Export von Gütern und Dienstleistungen sowie der von der Steuer ausgenommene Umsatz (z. B. Geld- und Kapitalverkehr, Versicherungen, Unterricht und Ausbildung, Kultur und Sport, Gesundheit, Sozialfürsorge). Der nicht steuerbare Umsatz sank gegenüber 2010 - trotz starker Zunahme der Exporte und Leistungen im Ausland - um 1,5 Prozent, während der steuerbare Umsatz um 1,6 Prozent stieg. Der steuerbare Umsatz bildet die Bemessungsgrundlage für die Brutto-Steuer, welche um 4,5 Prozent zunahm. Die unterschiedliche Entwicklung des steuerbaren Umsatzes und der Brutto-Steuer lässt sich insbesondere mit der für sieben Jahre befristeten Erhöhung der Mehrwertsteuersätze zwecks Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV) erklären.

Ein grosser Teil der Steuerpflichtigen wird nach dem Normalsatz oder dem Saldosatz besteuert

Die Zahl der Steuerpflichtigen ist 2011 gegenüber 2010 um 2,3 Prozent gestiegen. Im Jahr 2011 waren 347'081 Steuerpflichtige gemeldet. Fast die Hälfte (49,5%) der Steuerpflichtigen wird ausschliesslich nach dem Normalsatz besteuert, knapp ein Drittel (32,3%) nach Saldosteuersätzen. Hingegen werden nur sehr wenige Steuerpflichtige (0,6%) ausschliesslich nach dem reduzierten Satz besteuert. Die restlichen 17,5 Prozent der Steuerpflichtigen werden zu mehreren Steuersätzen besteuert oder entrichten keine Steuer auf den Umsatz. Der überwiegende Teil der Steuerpflichtigen (72,4%) ist im Tertiärsektor tätig. 26,2 Prozent der Steuerpflichtigen entfallen auf den Sekundärsektor und lediglich 1,4 Prozent auf den Primärsektor. Die verbreitetsten Rechtsformen sind die Einzelfirmen (33,5% der Steuerpflichtigen), die Aktiengesellschaften (32,6%) und die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (23,8%).

Steuerforderungen entfallen hauptsächlich auf den Tertiärsektor

Die Mehrwertsteuer wurde hauptsächlich vom Tertiärsektor geschuldet: Die Netto-Steuerforderungen der ESTV betrugen 2011 gegenüber dem Tertiärsektor 10'281,9 Millionen Franken, gegenüber dem Primärsektor 49,2 Millionen Franken und gegenüber dem Sekundärsektor -91,5 Millionen Franken. Die insgesamt negative Steuerforderung gegenüber dem Sekundärsektor erklärt sich aus der starken Exportorientierung dieses Sektors und dem mit der Steuerbefreiung der Exporte verbundenen Vorsteuerabzug.

Dettagli

Periodo contemplato
2010-2011
Suddivisione territoriale
Svizzera
Numero UST
0350-1303-50
Tipo di articolo:
Comunicato stampa
Pubblicato il:
22.04.2013

Lingue disponibili

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