Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund: Indikatoren 1/2024

Neue statistische Informationen Veröffentlicht am

Herausgeber: Bundesamt für Statistik

Thema

Anhand des Indikatorensystems zur Messung der Integration lässt sich die Situation der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten sowie der zweiten und höheren Generationen mit jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund im Zeitverlauf vergleichen. Das Indikatorensystem enthält 41 Indikatoren, die in acht Lebensbereiche gegliedert sind. Zwölf Indikatoren wurden mit den neusten verfügbaren Daten aktualisiert. Darüber hinaus wurden zwei neue Indikatoren erarbeitet.

Lebensbedingungen und Armut: Die Situation der ersten Generation hat sich verbessert

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im Hinblick auf ihre Lebensbedingungen und ihre finanzielle Situation im Allgemeinen schlechter gestellt als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. So lebt Erstere häufiger in einem als zu lärmig empfundenen Quartier. Auch haben Personen, die in einem Haushalt mit Migrationshintergrund leben, mehr als dreimal so häufig Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, als Personen in einem Haushalt ohne Migrationshintergrund. Überdies ist die Armutsquote in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher und das verfügbare jährliche Äquivalenzeinkommen (Median) signifikant tiefer als in jener ohne Migrationshintergrund. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Situation der Bevölkerung mit Migrationshintergrund - insbesondere jene der ersten Generation - in Bezug auf einige Indikatoren jedoch verbessert. Hierzu gehört der Indikator zur Schwierigkeit, über die Runden zu kommen, sowie die Armutsquote. Das verfügbare jährliche Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist ebenfalls gestiegen.

Bürgerliche Teilhabe: Ausgeprägtes Engagement in der zweiten oder höheren Generationen

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist weniger häufig in einem Verein oder in einer Gruppe aktiv als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Sie gibt auch signifikant seltener an, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Die Quoten der aktiven Bürgerschaft der zweiten oder höheren Generationen sind eher mit jenen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund vergleichbar. Zudem hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund, insbesondere die erste Generation, häufiger grosses Vertrauen in das politische System als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Bei ihr ist auch der Anteil an Personen, die sich für die Chancengleichheit aller dauerhaft in Schweiz lebenden Personen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, aussprechen, höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

Diese nachweisbaren Unterschiede können jedoch nicht einzig auf den Migrationsstatus zurückgeführt werden. Andere Variablen wie das Alter, die Staatsangehörigkeit oder das Bildungsniveau können ebenfalls einen Einfluss haben.


Dokumente und Dateien