Was ist die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT)?
Die STATENT ist eine Statistik, die zentrale Informationen zur Struktur der Schweizer Wirtschaft liefert (z. B. Anzahl Unternehmen, Anzahl Arbeitsstätten, Anzahl Beschäftigte, Anzahl Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten, beschäftigte Männer und Frauen usw.). Die STATENT löst die Betriebszählung (BZ) ab, die 2008 zum letzten Mal durchgeführt wurde.
Wie wird ein Unternehmen in die STATENT definiert?
In den Statistiken wird ein Unternehmen als eine rechtlich unabhängige Einheit definiert, die über Entscheidungsautonomie verfügt. Dies bedeutet beispielsweise, dass das Unternehmen die strategischen Entscheide selber fällt, Immobilien kaufen und verkaufen kann oder Personen, mit denen ein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde, selber bezahlt.
In der STATENT wird eine Einheit statistisch erfasst, sobald das Unternehmen für ihre Beschäftigten AHV-Beiträge bezahlt. Alle wirtschaftlichen Akteure (natürliche oder juristische Personen), die AHV-Beiträge ab der Einkommensschwelle von jährlich 2‘300 CHF abrechnen, werden in der STATENT als produktive Einheiten («Unternehmen») definiert.
Wie wird eine Arbeitsstätte definiert?
Eine Arbeitsstätte entspricht einem Unternehmen oder einem Teil eines Unternehmens (Werkstatt, Fabrik usw.), das sich an einem bestimmten Ort befindet. Dieser Ort ist topografisch bestimmbar. Dort führen eine oder mehrere Personen Tätigkeiten für dasselbe Unternehmen aus.
Wie werden die Beschäftigten in der STATENT definiert?
Die Beschäftigten umfassen alle Personen (Unselbstständig- und Selbstständigerwerbende), die eine Tätigkeit ausüben, mit der sich Güter oder Dienstleistungen erzeugen lassen.
Eine Person mit mehreren Arbeitsverträgen wird in diesem Sinne mehrmals als beschäftigt erfasst, sofern die Arbeitsverträge mit verschiedenen Unternehmen abgeschlossen wurden. Hat die Person hingegen mehrere Arbeitsverträge mit einem einzigen Arbeitgeber, so wird sie nur einmal als beschäftigte Person erfasst.
In der STATENT werden die (unselbstständigen und selbstständigen) Beschäftigten ausgehend vom AHV-pflichtigen Lohn erhoben. Dieser Lohn entspricht einem Mindestbetrag von jährlich 2‘300 CHF.
Was sind Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)?
Für die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten wird das Arbeitsvolumen sämtlicher Voll- und Teilzeitbeschäftigten, das normalerweise in Arbeitsstunden gemessen wird, in Vollzeitbeschäftigte umgerechnet.
Berechnung der Vollzeitäquivalente (VZÄ) und Revision des VZÄ-Schätzmodells ab 2015
Die Berechnung der Vollzeitäquivalente erfolgt auf der Grundlage eines Schätzmodells, das im Wesentlichen auf Lohnangaben der AHV nach Branchen und Geschlecht basiert und mit Informationen aus Erhebungen, unter anderem der Beschäftigungsstatistik (BESTA), ergänzt wird. In Folge der Revision der BESTA im Jahr 2015 musste das Modell des BFS zur Schätzung der Beschäftigung in VZÄ für die STATENT angepasst werden. Die Daten ab der STATENT 2015 wurden mit dem neuen Modell berechnet.
Für die Jahre davor ist diese Berechnung aufgrund fehlender Daten jedoch nicht möglich, was in Bezug auf die VZÄ zu einem Bruch in der Zeitreihe zwischen 2014 und 2015 führt. Nicht von diesem Bruch betroffen sind hingegen die Beschäftigtenzahl (nicht in VZÄ umgewandelt) und die Anzahl Unternehmen.
Das neue Schätzmodell führt zu einer leicht geringeren Anzahl VZÄ (zum Beispiel, –26 000 VZÄ im Jahr 2016 bei einem Total von vier Millionen). Betroffen sind unter anderem die Wirtschaftszweige «Grundstücks- und Wohnungswesen» (NOGA 68) sowie «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen» (NOGA 94–96).
Anpassung der Ergebnisse 2015: Nebst der Berechnung der VZÄ mit dem neuen Schätzmodell wurden an den Daten 2015 keine weiteren Änderungen vorgenommen.
Welche Variablen stellt die STATENT zur Verfügung?
Es werden folgende Variablen zur Verfügung gestellt:
- Anzahl Beschäftigte
- Anzahl Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten
- Anzahl Unternehmen
- Anzahl Arbeitsstätten
Diese Variablen können nach mehreren Kriterien gegliedert werden. Die wichtigsten sind:
- Geschlecht
- Wirtschaftliche Tätigkeit. Diese Angabe beruht auf der Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige (NOGA 2008)
- Standort
- Grössenklasse
- Art des Unternehmens / der Einheit
- Rechtsform
- Typ der institutionellen Einheit
Welches sind die Quellen der STATENT?
Die STATENT basiert im Wesentlichen auf den Registern der AHV-Ausgleichskassen (AHV-Register), welche die Informationen zur Anzahl Unternehmen, zu den Löhnen und den Beschäftigten liefern, und auf dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR), welcher Angaben zur Struktur der Unternehmen liefert. Weiter wird die STATENT durch andere Quellen ergänzt, wie z.B. Aktualisierungserhebung des Betriebs- und Unternehmensregisters (ERST); Beschäftigungsstatistik (BESTA), Profiling.
Wann werden jeweils neue Zahlen publiziert?
Die neuen Zahlen werden 20 Monate nach dem Referenzmonat publiziert.
Welches sind die Hauptunterschiede zwischen der STATENT und der Betriebszählung (BZ)?
Die beiden Statistiken verfolgen das gleiche Ziel: Sie sollen Informationen zur Wirtschafts- und Unternehmensstruktur liefern. Der Übergang von der BZ zur STATENT geht jedoch mit einem Paradigmenwechsel einher, der sich in folgenden Dimensionen niederschlägt:
- Datenerhebung: Mit der BZ wurden die Merkmale der Unternehmen und Beschäftigten mittels Fragebogen erfasst. Die STATENT beruht hingegen hauptsächlich auf den Daten der AHV-Register.
- Abdeckung: Die BZ berücksichtigte alle Unternehmen, die während mindestens 20 Stunden pro Woche tätig waren, und alle Beschäftigten, die mehr als 6 Stunden pro Woche arbeiteten. In der STATENT werden die Beschäftigten und Unternehmen ausgehend von den Mindestlöhnen erfasst, die der AHV-Beitragsplicht (2‘300 CHF pro Jahr) unterstehen.
- Periodizität: Die BZ wurde alle 3–4 Jahre durchgeführt. Die STATENT wird jedes Jahr erstellt.
- Referenzperiode: Das Referenzdatum für die BZ war der 30. September. Für die STATENT ist die Referenzperiode der Dezember (mit Ausnahme des Bereichs Landwirtschaft, hier ist das Referenzdatum der 1. Januar).