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Statistik der Unternehmensdemografie
Steckbrief
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Unternehmensdemografie UDEMO
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A. Allgemeine Fragen zur Statistik der Unternehmensdemografie (UDEMO)
1. Wo liegen die grössten Unterschiede zwischen der Statistik der Unternehmensdemografie (UDEMO) und der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT)?
Die UDEMO und die STATENT basieren zwar auf denselben Datenquellen, unterscheiden sich aber im Wesentlichen in drei Punkten:
- Referenzperiode: Die STATENT erhebt alle im Monat Dezember aktiven Einheiten, während die UDEMO das gesamte Kalenderjahr berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Grundgesamtheit der UDEMO alle Unternehmen umfasst, die während des berücksichtigten Jahres aktiv waren, unabhängig davon, ob sie im Monat Dezember aktiv waren oder nicht.
- Beschäftigung: Die STATENT betrachtet die Beschäftigung im Monat Dezember, während die UDEMO die durchschnittliche Beschäftigung in der Aktivitätsperiode berücksichtigt (siehe Frage 3).
- Abdeckung der Wirtschaftszweige und Rechtsformen: Der Analysebereich der UDEMO ist deutlich eingeschränkter als jener der STATENT (siehe Frage 2).
2. Welche Wirtschaftszweige und Rechtsformen deckt die UDEMO ab?
Die Statistik der Unternehmensdemografie (UDEMO) umfasst ausschliesslich Einheiten des privaten oder öffentlichen Sektors, die eine marktwirtschaftliche Tätigkeit im sekundären oder tertiären Sektor ausüben (davon ausgeschlossen sind Holdinggesellschaften). Nicht berücksichtigt werden in der Statistik der primäre Sektor, die öffentliche Verwaltung sowie die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE). Die Branchen «Erziehung und Unterricht» sowie «Gesundheits- und Sozialwesen» umfassen in dieser Statistik mehrheitlich Einheiten, die im Privatsektor tätig sind.
3. Wie wird die Beschäftigung in der UDEMO berechnet?
Gemäss den internationalen Richtlinien entspricht die Beschäftigtenzahl der durchschnittlichen Beschäftigtenzahl während der berücksichtigten Aktivitätsperiode. Berechnet wird diese Zahl, indem für ein gegebenes Jahr die Summe der monatlichen Beschäftigten durch die Zahl der Aktivitätsmonate des Unternehmens dividiert wird. Wurde ein Unternehmen beispielsweise im November gegründet und beschäftigte im November eine Person und im Dezember drei Personen, so entspricht die Beschäftigtenzahl für das entsprechende Jahr 2.
4. Mit welcher Frequenz werden die UDEMO-Daten revidiert?
Die Quellen, aus denen die UDEMO-Daten erstellt werden, werden laufend aktualisiert. Die Überarbeitung von Statistiken kann aber nicht immer im gleichen Rhythmus erfolgen wie jene der Quellen. Letztere basieren teilweise auf Administrativdaten, die sich in der Regel laufend verändern. Damit die von den Nutzerinnen und Nutzern benötigte Konstanz gewährleistet ist, müssen die statistischen Ergebnisse möglichst stabil sein. Vor diesem Hintergrund muss laufend zwischen dem Stand der Informationen und den Nutzerbedürfnissen abgewogen werden. Deshalb werden die statistischen Ergebnisse in regelmässigen Abständen revidiert, die Quellen hingegen laufend aktualisiert. Die Revision der UDEMO richtet sich an die üblichen Überarbeitungslinien der Wirtschaftsstatistiken und findet somit rund alle 5 Jahre statt.
Die erste Berichtigung der UDEMO-Daten fand im März 2022 statt und betraf alle bis dahin erstellten Daten für die Referenzjahre 2013 bis 2018. An der Methode wurde dabei nichts geändert. Die neuen Reihen unterscheiden sich von den alten dadurch, dass sie die aktuellsten in den Quellen verfügbaren Informationen berücksichtigen. Dabei kann es sich um neue Informationen handeln, die bei der Produktion der alten Reihe noch nicht vorlagen, oder um Korrekturen ungenauer oder falscher Werte wie z.B. solche, die auf die Integration neu gelieferter Daten der AHV-Ausgleichskassen oder auf die berichtigten Zuordnungen der Einheiten zur Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige (NOGA) zurückzuführen sind.
B. Fragen zur Statistik «Bestand aktiver Unternehmen»
1. Was versteht man unter «Bestand aktiver Unternehmen»?
Der Bestand aktiver Unternehmen umfasst alle Einheiten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt während eines bestimmten Jahres aktiv waren. Ein Unternehmen gilt als aktiv, wenn es für sich selbst oder für seine Beschäftigten AHV-Beiträge bezahlt. Dieses Kriterium wird auch bei der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) angewendet. Um den Bestand aktiver Unternehmen zu ermitteln, werden alle Wirtschaftsakteure (natürliche oder juristische Personen), die im Laufe eines Referenzjahres AHV-Beiträge auf ein Einkommen von mindestens 2300 Franken bezahlt haben, erhoben.
2. Entspricht die Grundgesamtheit der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) dem Bestand aktiver Unternehmen?
Beide Statistiken erfassen die aktiven Einheiten in der Schweiz. Der Analysebereich des Bestands aktiver Unternehmen ist jedoch deutlich eingeschränkter als jener der STATENT. Der Bestand aktiver Unternehmen umfasst wie alle anderen Statistiken der Unternehmensdemografie (UDEMO) ausschliesslich Einheiten des privaten oder öffentlichen Sektors, die eine marktwirtschaftliche Tätigkeit im sekundären oder tertiären Sektor ausüben (mit Ausnahme von Holdinggesellschaften). Einheiten des primären Sektors, öffentliche Verwaltungen sowie private Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) werden nicht berücksichtigt. In der STATENT sind diese Einheiten hingegen enthalten.
C. Fragen zur Statistik der Neugründungen
1. Was versteht man unter Neugründungen?
Die Statistik der Neugründungen erfasst nur Unternehmen mit marktwirtschaftlicher Tätigkeit, die tatsächlich neu, also «ex nihilo» entstanden sind. Eine Neugründung liegt vor, wenn eine neue Kombination von Produktionsfaktoren geschaffen wird und kein anderes bereits bestehendes Unternehmen daran beteiligt ist. Aus Fusionen, Übernahmen, Spaltungen oder Restrukturierungen hervorgegangene Unternehmen werden nicht zu den Neugründungen gezählt. Diese Definition beruht auf den Richtlinien des gemeinsamen Handbuchs von Eurostat und OECD zu den Statistiken der Unternehmensdemografie und ermöglicht internationale Vergleiche der Neugründungsquoten.
2. Wie werden die Daten zu den Neugründungen produziert?
Diese Daten basieren auf den AHV-Registern. Als potenzielle Neugründungen gelten:
(a) Einheiten die erstmals AHV-Beiträge bezahlen; sowie
(b) (alle) Einheiten, die in den zwei Jahren vor dem Beobachtungsjahr keine Beiträge bezahlt haben. Gemäss internationalen Richtlinien gelten Unternehmen, die ihre Aktivität während mehr als zwei Jahren unterbrochen und danach wieder aufgenommen haben, als Neugründungen.
Das Datum der ersten Beitragszahlung an die AHV gilt als Stichdatum der Aufnahme der Aktivität. Ob eine Neugründung tatsächlich einer Neugründung gemäss Statistik entspricht («ex nihilo» entstandenes Unternehmen), kann auf zwei Arten überprüft werden:
- Bei Unternehmen, die im Rahmen der Aktualisierungserhebung des Betriebs- und Unternehmensregisters (ERST) kontaktiert werden, kann anhand des Fragebogens festgestellt werden, ob es sich um eine Neugründung handelt.
- Bei allen Unternehmen, die im Rahmen der ERST nicht erhoben werden, dienen Registerdaten als Informationsquelle. Ein Unternehmen wird nicht zu den Neugründungen («ex nihilo») gezählt, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft: Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Vorhandensein eines Vorgängers im Betriebs- und Unternehmensregister des BFS, Transfer einer grösseren Anzahl Beschäftigter von einer anderen, bei der AHV angemeldeten Einheit.
3. Ist es möglich, die Nationalität der Gründerinnen und Gründer zu erfahren?
Nein, diese Variable ist in der Statistik nicht vorhanden.
4. Weshalb stehen Daten zu den Neugründungen erst ab dem Referenzjahr 2013 zur Verfügung?
2016 wurde die Statistik zu den Unternehmensgründungen umfassend revidiert und an die neue Grundgesamtheit der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) angepasst. Das hat gegenüber der alten Methode zu einem Bruch in der Zeitreihe geführt. Die alte Methode wurde bis 2015, das heisst bis zur Publikation der Ergebnisse zum Erhebungsjahr 2013, verwendet. Mit den verfügbaren Daten können keine STATENT-basierten Ergebnisse für die Jahre vor 2013 berechnet werden.
5. Sind die aktuellen Daten zu den Neugründungen mit jenen der Zeitreihe 2001–2013 vergleichbar?
Nein. Die STATENT erhebt alle Unternehmen (einschliesslich Selbstständigerwerbende), die Sozialversicherungsbeiträge für ihr Personal (obligatorische Beiträge für Beschäftigte ab einem Jahreseinkommen von 2300 Franken) oder für sich selber leisten. Innerhalb der erhobenen Unternehmen werden alle Beschäftigten, für die Beiträge zu entrichten sind, erfasst. Vor der Revision wurden in der Statistik der Neugründungen lediglich jene Unternehmen berücksichtigt, die mindestens 20 Stunden pro Woche eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübten. Zu den Beschäftigten wurden ausserdem nur jene Personen gezählt, die mindestens 6 Stunden pro Woche im Unternehmen arbeiteten. Die STATENT-bedingten methodischen Anpassungen haben zu einer Erweiterung der Grundgesamtheit geführt und lassen einen Bruch in der Zeitreihe entstehen. Die aktuellen Daten können daher nicht mit den Daten verglichen werden, die auf der alten Grundgesamtheit basieren. Damit dennoch zwei Vergleichspunkte vorliegen, wurden die Daten zu den Neugründungen 2013, die 2015 veröffentlicht wurden und noch auf der alten Grundgesamtheit beruhten, anhand der neuen Grundgesamtheit berechnet.
D. Fragen zur Statistik der Unternehmensschliessungen
1. Was versteht man unter Unternehmensschliessungen?
Die Statistik der Unternehmensschliessungen erfasst nur Unternehmen, die eine marktwirtschaftliche Tätigkeit endgültig eingestellt haben. Eine Schliessung liegt vor, wenn eine Kombination von Produktionsfaktoren aufgelöst wird und kein anderes Unternehmen daran beteiligt ist. Unternehmen, die ihre Tätigkeit infolge Fusionen, Übernahmen, Spaltungen oder Restrukturierungen eingestellt haben, gelten im statistischen Sinn nicht als geschlossen. Diese Definition beruht auf den Richtlinien des gemeinsamen Handbuchs von Eurostat und OECD zu den Statistiken der Unternehmensdemografie und ermöglicht internationale Vergleiche der Schliessungsquoten.
2. Wie werden die Daten zu den Unternehmensschliessungen produziert?
Diese Daten basieren auf den AHV-Registern. Als potenzielle Schliessungen gelten:
- alle Einheiten, die ihre AHV-Beitragszahlungen endgültig einstellen; sowie
- alle Einheiten, die in den zwei Jahren nach dem Beobachtungsjahr keine Beiträge bezahlt haben. Gemäss internationalen Richtlinien gelten Unternehmen, die ihre Aktivität während mehr als zwei Jahren unterbrochen und danach wieder aufgenommen haben, als Schliessungen.
alle Einheiten, die ihre AHV-Beitragszahlungen endgültig einstellen; sowie
alle Einheiten, die in den zwei Jahren nach dem Beobachtungsjahr keine Beiträge bezahlt haben. Gemäss internationalen Richtlinien gelten Unternehmen, die ihre Aktivität während mehr als zwei Jahren unterbrochen und danach wieder aufgenommen haben, als Schliessungen.
Das Datum der letzten AVH-Beitragszahlung gilt als Stichdatum der Einstellung der Aktivität. Ob eine Schliessung tatsächlich einer Schliessung gemäss Statistik entspricht, dienen Registerdaten als Informationsquelle. Ein Unternehmen wird nicht zu den endgültigen Schliessungen gezählt, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft: Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Vorhandensein eines Nachfolgers im Betriebs- und Unternehmensregister des BFS, Transfer einer grösseren Anzahl Beschäftigter zu einer anderen, bei der AHV angemeldeten Einheit.
3. Weshalb stehen Daten zu den Unternehmensschliessungen erst ab dem Referenzjahr 2013 zur Verfügung?
Die Statistik der Unternehmensschliessungen ist eine Teilstatistik der Unternehmensdemografie, die nach dem Übergang von der Grundgesamtheit der ehemaligen Betriebszählung zu jener der neuen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) entwickelt wurde. Die bestehenden unternehmensdemografischen Statistiken, insbesondere die Statistik der Neugründungen, wurden 2016 komplett revidiert und an die neue Grundgesamtheit angepasst. Da die STATENT-Daten erstmals für das Referenzjahr 2011 produziert wurden, musste aus methodischen Gründen das Referenzjahr 2013 abgewartet werden, um bei den Daten zu den Neugründungen allfällige Reaktivierungen innerhalb von zwei Jahren zu berücksichtigen. Aus diesem Grund beschloss das BFS, Daten zu den Unternehmensschliessungen ab diesem Referenzjahr zur Verfügung zu stellen.
4. Warum sind die Daten zu den Unternehmensschliessungen gegenüber den anderen Daten der Unternehmensdemografie lediglich mit einer Verzögerung von zwei Jahren verfügbar?
Gemäss den internationalen Vorgaben muss die Statistik der Unternehmensschliessungen ruhende Einheiten einbeziehen, die nicht innerhalb von zwei Jahren reaktiviert werden. Dieses Zwei-Jahres-Kriterium impliziert, dass die definitiven Daten zu den Schliessungen für ein bestimmtes Referenzjahr im Vergleich zu den anderen unternehmensdemografischen Statistiken nur mit einer Verzögerung von zwei Jahren verfügbar sind. So muss bei Reaktivierungen sichergestellt werden, dass ein Unternehmen, das seine Tätigkeit im Jahr t eingestellt hat, nicht im Bestand aktiver Unternehmen im Jahr t+1 und/oder im Jahr t+2 erfasst wird. Erst bei zwei aufeinanderfolgenden Jahren kann das ruhende Unternehmen als endgültig geschlossenes Unternehmen in die Statistik einbezogen werden.
E. Fragen zur Statistik der wachstumsstarken Unternehmen (High-Growth-Enterprises)
1. Was ist ein wachstumsstarkes Unternehmen?
Ein wachstumsstarkes Unternehmen, auch High-Growth-Enterprise genannt, ist ein marktwirtschaftliches Unternehmen, das zu Beginn des Beobachtungszeitraums (t-3 Jahre) mindestens zehn Beschäftigte aufweist und dessen Personalbestand innerhalb von drei Jahren (t-3 bis t) durchschnittlich mehr als 10 Prozent pro Jahr gewachsen ist. Ist das Beschäftigungswachstum auf demografische Ereignisse wie Fusionen oder Übernahmen zurückzuführen, wird das entsprechende Unternehmen nicht zu den wachstumsstarken Unternehmen gezählt, es sei denn, die 10-Prozent-Marke wird nach Abzug der aus Fusionen und Übernahmen entstandenen Stellen überschritten. Diese Definition beruht auf den Richtlinien des gemeinsamen Handbuchs von Eurostat und OECD zu den Statistiken der Unternehmensdemografie und ermöglicht internationale Vergleiche des Anteils der wachstumsstarken Unternehmen.
2. Wie werden die Daten zu den wachstumsstarken Unternehmen produziert?
Grundlage für die Datenproduktion bildet die Grundgesamtheit der aktiven Unternehmen. Die Produktion selbst erfolgt in zwei Schritten:
- Bei Unternehmen, die im Jahr t-3 mindestens zehn Beschäftigte hatten, wird zunächst berechnet, ob sie zwischen dem Jahr t-3 und dem Referenzjahr t der Statistik ein durchschnittliches Beschäftigungswachstum von mindestens 10 Prozent pro Jahr erreicht haben. Unternehmen, die dieses Kriterium erfüllen, sind möglicherweise wachstumsstarke Unternehmen.
- In einem zweiten Schritt wird geprüft, ob allfällige demografische Ereignisse wie Fusionen oder Übernahmen das Beschäftigungswachstum beeinflusst haben. Dazu werden in erster Linie Informationen aus dem AHV-Register und aus dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des BFS herangezogen. Liegt das durchschnittliche jährliche Beschäftigungswachstum abzüglich der Auswirkungen der demografischen Ereignisse unter der 10-Prozent-Marke, werden die entsprechenden Unternehmen in der Statistik nicht berücksichtigt. Andernfalls, also wenn das Beschäftigungswachstum nach Abzug der Auswirkungen der demografischen Ereignisse die 10-Prozent-Marke überschreitet, handelt es sich um wachstumsstarke Unternehmen. Sie zählen wie Unternehmen, deren Beschäftigungswachstum ausschliesslich endogen, also innerhalb des Unternehmens stattgefunden hat.
3. Wird im Falle einer Fusion oder Übernahme ausschliesslich das unternehmensinterne Beschäftigungswachstum gemessen?
Nein, denn es gibt keine einheitliche Datenquelle, mit der sich die Auswirkungen einer Fusion oder Übernahme abschätzen lassen. Ob die Auswirkungen gross genug sind, um eine Einheit von der Grundgesamtheit der High-Growth-Enterprises auszuschliessen, darüber entscheidet die Produktionsmethode der Statistik (siehe auch Frage 2). Es kann dennoch nicht für jedes Unternehmen exakt und einheitlich zwischen den beiden Wachstumstypen (unternehmensintern oder induziert) unterschieden werden. Der Wert der Beschäftigung des Jahres t umfasst also auch die Beschäftigung, die durch demografische Ereignisse generiert wurde.
4. Wie wird der Anteil wachstumsstarker Unternehmen berechnet?
Der Anteil der wachstumsstarken Unternehmen für das Jahr t entspricht dem Anteil der wachstumsstarken Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten im Zeitraum t gemessen an der Grundgesamtheit der aktiven Unternehmen. Letztere umfasst alle Unternehmen, die im Verlauf des Referenzjahres aktiv waren. Die Zahl der aktiven Unternehmen, die zur Berechnung des Anteils wachstumsstarker Unternehmen herangezogen wird, entspricht nicht der Zahl der Unternehmen, die von der STATENT erhoben wird. Diese berücksichtigt ausschliesslich im Monat Dezember des Referenzjahres aktive Unternehmen.
5. Weshalb stehen Daten zu den wachstumsstarken Unternehmen erst ab dem Referenzjahr 2014 zur Verfügung?
Die Statistik der wachstumsstarken Unternehmen basiert auf der Grundgesamtheit der aktiven Unternehmen, das heisst allen Einheiten, die im Verlaufe des Referenzjahres einmal aktiv waren. Sie wurde im Rahmen der Statistik der Unternehmensdemografie erstmals für das Referenzjahr 2011 geschätzt. Da die Unternehmen für diese Statistik während eines Zeitraums von drei Jahren beobachtet werden, konnten die ersten Ergebnisse erst ab dem Referenzjahr 2014 produziert werden.
6. Was ist eine Gazelle?
Eine Gazelle ist ein wachstumsstarkes Unternehmen, das vor maximal fünf Jahren gegründet wurde. Die Gazellen beschränken sich auf die «ex nihilo»-Neugründungen (siehe D.1.). Bei den Gazellen handelt es sich also um eine Untergruppe der wachstumsstarken Unternehmen. Da die harmonisierte Methodik Neugründungen im ersten für das Wachstum massgebenden Beobachtungsjahr (t–3) ausschliesst, müssen die Gazellen gezwungenermassen in den Jahren t–5 oder t–4 gegründet worden sein. Diese Definition beruht auf den Richtlinien des gemeinsamen Handbuchs von Eurostat und OECD zu den Statistiken der Unternehmensdemografie und ermöglicht internationale Vergleiche des Anteils der Gazellen.
F. FAQ: Fragen zur Statistik der Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen
1. Was versteht man unter einem überlebenden Unternehmen?
Die Neugründungen «ex-nihilo» eines Referenzjahres bilden eine Kohorte, die in den Jahren t+1 bis t+5 beobachtet wird. Als überlebend gelten in dieser Kohorte diejenigen Unternehmen, die im Bestand der aktiven Unternehmen der Folgejahre enthalten sind. Einen Sonderfall bilden Unternehmen, die infolge einer Schliessung nicht mehr im Unternehmensbestand erscheinen, deren Tätigkeit aber von einer neuen, speziell dafür geschaffenen Einheit übernommen wurde. In diesem Fall gelten die ursprünglichen Unternehmen in Eigenschaft der übernehmenden Gesellschaft auch als überlebend. Einheiten, die nicht mehr aktiv sind, werden aus der Kohorte ausgeschlossen und können anschliessend nicht mehr aufgenommen werden. Zur Ermittlung der Überlebensrate werden in dieser Publikation somit nur Einheiten berücksichtigt, die im Beobachtungszeitraum ohne Unterbruch tätig waren. Diese Definition beruht auf den Richtlinien des gemeinsamen Handbuchs von Eurostat und der OECD zu den Statistiken der Unternehmensdemografie und ermöglicht internationale Vergleiche der Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen.
2. Wie werden die Daten zu den Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen produziert?
Grundlage für die Datenproduktion bilden die Neugründungen «ex-nihilo» und die Grundgesamtheit der aktiven Unternehmen. Die Produktion selbst erfolgt in zwei Schritten:
- Bei «ex-nihilo» neu gegründeten Unternehmen im Jahr t, wird zunächst geprüft, ob sie im Bestand aktiver Unternehmen des Jahres t+1 noch enthalten sind. Unternehmen, die dieses Kriterium erfüllen, werden als überlebend gezählt;
- In einem zweiten Schritt wird geprüft, ob die Unternehmen, die nicht mehr im Bestand aktiver Unternehmen des Jahres t+1 enthalten sind, durch allfällige demografische Ereignisse wie Fusionen oder Übernahmen verschwunden sind. Dazu werden in erster Linie Informationen aus dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des BFS herangezogen. Falls kein solches demografische Ereignis stattgefunden hat, werden die entsprechenden Unternehmen nicht zu den überlebenden Unternehmen gezählt und in der Statistik nicht berücksichtigt. Verschwindet ein Unternehmen aufgrund einer Fusion oder einer Übernahme durch ein bereits bestehendes Unternehmen, wird es nicht zu den überlebenden Unternehmen gezählt und aus der Statistik ausgeschlossen. Wird die Tätigkeit eines geschlossenen Unternehmens von einer neuen, speziell dafür geschaffenen Einheit übernommen, zählt das ursprüngliche Unternehmen (in Eigenschaft der übernehmenden Gesellschaft) zu den überlebenden Unternehmen nach 1 Jahr gleichermassen wie Unternehmen, die sich noch im Bestand aktiver Unternehmen befinden.
Gleichermassen wird anschliessend berechnet wie viele überlebende Unternehmen im Jahr t+1 auch im Jahr t+2 noch bestehen (Überlebensrate nach 2 Jahren) und so weiter, bis zur Überlebensrate nach 5 Jahren (im Jahr t+5).
3. Wie wird die Überlebensrate neu gegründeter Unternehmen berechnet?
Die Überlebensrate neu gegründeter Unternehmen gibt den Anteil der «ex-nihilo» gegründeten Unternehmen an, die ein bis fünf Jahre nach ihrer Gründung noch aktiv sind (entsprechend der berücksichtigten Anzahl der Überlebensjahre).
4. Weshalb stehen Daten zu den Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen erst ab dem Überlebensjahr 2014 zur Verfügung?
Im Jahr 2016 wurde die Statistik der Neugründungen umfassend revidiert und an die neue Grundgesamtheit der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) angepasst. Das hat gegenüber der alten Methode zu einem Bruch in der Zeitreihe geführt. Mit den verfügbaren Daten ist es nicht möglich, Resultate zu Neugründungen gemäss STATENT für die Jahre vor 2013 zu berechnen. Darum konnten die Überlebensraten der neu gegründeten Unternehmen erstmals dank den Daten zu den aktiven Unternehmen im Jahr 2014 produziert werden (Überlebensrate der Neugründungen 2013 im Jahr 2014). Seit der Umstellung der Grundgesamtheit ist das BFS jetzt in der Lage, Ergebnisse zu den Überlebensraten neuer Unternehmen jährlich zu veröffentlichen. Mit der Umstellung auf die neue Grundgesamtheit ist es möglich, eine Kohorte neuer Unternehmen von Jahr zu Jahr zu beobachten, was früher unregelmässig gemacht wurde
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Weiterführende Informationen
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