Porträt der Schweizer KMU, 2011-2022 Starkes Wachstum der KMU im Jahr 2022

Starkes Wachstum der KMU im Jahr 2022

31.10.2024 - Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten die Schweizer Wirtschaft am Leben. Im Jahr 2022 beschäftigten sie rund 3,2 Millionen Personen. Gegenüber 2021 kamen 60 000 neue Stellen hinzu. Im Zeitraum 2011-2022 stieg der Anteil der Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten auf Kosten der Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten. In den tourismusorientierten Branchen entwickelte sich die Beschäftigung ab 2019 unterschiedlich. Was den Warenexport und -import angeht, schnitten die grossen KMU und jene in multinationalen Gruppen am besten ab. Dies sind einige Ergebnisse aus der Publikation «Porträt der Schweizer KMU» des Bundesamtes für Statistik (BFS). 

Gestützt auf die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) zeichnet das BFS jedes Jahr ein Porträt der Schweizer KMU. Die diesjährige Publikation enthält ein neues Kapitel zur Situation der Frauen in den KMU, auf das in dieser Medienmitteilung nicht näher eingegangen wird. Hierzu sei lediglich angemerkt, dass der Frauenanteil an der Beschäftigung seit 2011 zugenommen hat. 

Die Wachstumsdynamik setzte sich 2022 fort

2022 wurden in der Schweiz etwas weniger als 620 000 marktwirtschaftliche Unternehmen mit insgesamt rund 4,76 Millionen Beschäftigten gezählt. 99,7% der Unternehmen hatten weniger als 250 Beschäftigte und galten somit als KMU. Knapp zwei Drittel aller Beschäftigten (66,4%; 3,2 Millionen) waren in einem KMU tätig. Gegenüber 2021 wurden im marktwirtschaftlichen Sektor rund 125 000 Beschäftigte und über 10 000 Unternehmen mehr verzeichnet. Die Hälfte dieser neuen Stellen wurden in KMU geschaffen, bei den neuen Unternehmen machten KMU sogar mehr als 99% aus.

Die KMU legten gemessen am Vorjahr kräftig zu (Unternehmen: +1,7%; Beschäftigte: +1,9%). Anders als bei den Grossunternehmen, die einen neuen Rekordanstieg registrierten (+4,2% Beschäftigte), erhöhte sich die Beschäftigung bei den KMU allerdings weniger stark als 2021 (+2,1%). Den grössten Beitrag zur Beschäftigungsdynamik der KMU leisteten die mittleren Unternehmen (+31 421; +3,4%).

Durchzogene Entwicklung in den tourismusorientierten Branchen

Von 2011 bis 2021 waren im verarbeitenden Gewerbe und im Handel am meisten Beschäftigte tätig. 2022 übertraf das Gesundheits- und Sozialwesen (659 901 Beschäftigte) erstmals den Handel (657 857) und schob sich zwischen das historische Spitzenduo. Das Gesundheits- und Sozialwesen verbuchte zwischen 2011 und 2022 mit über 167 000 neu geschaffenen Stellen den stärksten absoluten Beschäftigungsanstieg aller Wirtschaftszweige. Mit einem Anteil von 13,9% schloss es zum verarbeitenden Gewerbe auf und könnte bei anhaltendem Trend in den nächsten Jahren zum grössten Arbeitgeber der Schweiz werden. Zur Dynamik dieser Branche trugen sowohl die KMU (+76 201 Beschäftigte) als auch die Grossunternehmen (+91 014 Beschäftigte) bei.

In den tourismusorientierten Wirtschaftszeigen nahm die Beschäftigung zwischen 2021 und 2022 mehrheitlich zu. Sowohl die Beherbergung (+3632 Beschäftigte) als auch die Branchen «Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringung sonstiger Reservierungsdienstleistungen» (+846) sowie die «Personenbeförderung in der Luftfahrt» (+175) verzeichneten ein Plus. Dennoch lagen einige Branchen im Jahr 2022 noch immer hinter dem Beschäftigungsniveau von 2019 zurück, darunter die «Personenbeförderung in der Luftfahrt» (-29 Beschäftigte gegenüber 2019) und die «Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringung sonstiger Reservierungsdienstleistungen» (-1360). Hier zeigt sich bis zu einem gewissen Grad, wie unterschiedlich sich die Covid-19-Pandemie im gesamten marktwirtschaftlichen Sektor auf die KMU ausgewirkt hat.

Warenaussenhandel in der Hand von Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten 

Die Schweizer Unternehmenslandschaft besteht mehrheitlich aus KMU (99,7%). Es sind jedoch die Grossunternehmen, die im Jahr 2022 mit 72% der Exporte und 58% der Importe im Warenhandel mit dem Ausland die grösste Rolle spielten. Die Mikrounternehmen, in denen ein Viertel der Beschäftigten tätig sind, trugen lediglich 2% zu den Exporten und 6% zu den Importen bei. Die Unternehmensgrösse scheint für die Teilnahme am internationalen Handel von Vorteil zu sein.

95% der Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten waren eigenständig. Auf sie entfielen drei Viertel der Stellen aller KMU. Anders präsentiert sich die Situation, wenn die Importe und Exporte betrachtet werden. Eigenständige KMU erwirtschafteten 19% des internationalen Warenhandelsvolumens der KMU, das sind 18 000 Franken pro Stelle. Umgekehrt trugen die KMU, die Teil einer Gruppe sind, 81% zum Warenhandelsvolumen in Franken bei. KMU, die zu einer multinationalen Gruppe gehören, waren dabei mit 53% in der Mehrheit. Sie generierten ein Handelsvolumen von knapp 522 000 Franken pro Stelle. Daraus lässt sich schliessen, dass die Unternehmensgrösse und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wichtige Faktoren für den internationalen Handel sind.

Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.

Details

Dargestellter Zeitraum
2022
Periodizität
Jährlich
Raumgliederung
Schweiz
Verlag
Bundesamt für Statistik
BFS-Nummer
2024-0418-d
Nutzungsbedingungen
OPEN-BY
Freie Nutzung - Quellenangabe ist Pflicht
Artikeltyp:
Medienmitteilung
Veröffentlicht am:
31.10.2024

Verfügbare Sprachen

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