Statistik der Unternehmensdemografie (UDEMO) Erneuter Rekordwert bei den Neugründungen im Jahr 2022

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Erneuter Rekordwert bei den Neugründungen im Jahr 2022

02.12.2024 - Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz 46 987 Unternehmen «ex nihilo» gegründet. Damit wurde der Rekord aus dem Vorjahr um 3950 Einheiten übertroffen. Mehr als vier von fünf neu gegründeten Unternehmen beschäftigen nur eine Person. Diese sehr kleinen Einheiten sind anfälliger und überleben weniger lang als grössere Unternehmen. Auch bereits bestehende Unternehmen sind ein wichtiger Motor für die Wirtschaft und spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Darunter waren im Jahr 2022 insgesamt 4882 wachstumsstarke Unternehmen, so viele wie noch nie. Soweit einige Ergebnisse der Statistik der Unternehmensdemografie (UDEMO) des Bundesamtes für Statistik (BFS). 

Die Statistik der Unternehmensdemografie gibt Aufschluss über den Bestand aktiver Unternehmen, Neugründungen und deren Überlebensraten, Schliessungen sowie wachstumsstarke Unternehmen. Eine thematische Publikation mit vertieften Analysen zu diesen Aspekten ist unter diesem Link verfügbar. 

Neue Rekorde im Jahr 2022

2022 übten in der Schweiz 587 137 Unternehmen eine marktwirtschaftliche Tätigkeit im Sekundär- oder Tertiärsektor aus. Bei 46 987 handelte es sich um «ex nihilo» gegründete Einheiten (8,0% aller Unternehmen) und bei 4882 um wachstumsstarke Unternehmen (7,8% aller Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten). Insgesamt wurden 4 626 338 Stellen gezählt, wovon 64 806 (1,4% aller Stellen) durch Neugründungen und 286 691 (6,2% aller Stellen) durch wachstumsstarke Unternehmen neu geschaffen wurden. Alle diese Werte sind die höchsten seit Beginn der Zeitreihe. 

Sehr anfällige Kleinstunternehmen

Kleine Einheiten spielen eine wichtige Rolle im Wirtschaftsgefüge der Schweiz. Im Jahr 2022 beschäftigte etwas mehr als die Hälfte der aktiven Unternehmen (55,3%) nur eine Person und lediglich jedes zehnte Unternehmen mindestens zehn Personen. Bei den Neugründungen ist die Bedeutung der Kleinstunternehmen noch grösser: 83,0% der neuen Unternehmen umfassten eine Stelle und lediglich 2,0% mindestens fünf Stellen. 

60,1% der neuen Stellen wurden in Einheiten mit einer beschäftigten Person geschaffen. An der Gesamtbeschäftigung der aktiven Unternehmen machen Einheiten mit einer beschäftigten Person jedoch nur einen kleinen Anteil aus (7,0%). Es überrascht nicht, dass der Löwenanteil der Stellen (76,3%) in der Schweiz auf Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten entfällt. 

Die Neugründungsrate der Kleinstunternehmen ist sehr hoch: 12,0% der Unternehmen mit einer beschäftigten Person wurden 2022 neu gegründet. Mit zunehmender Unternehmensgrösse geht dieser Anteil zurück. In den Grössenklassen «2 bis 4 Beschäftigte», «5 bis 9 Beschäftigte» und «10 oder mehr Beschäftigte» machten die Neugründungen 5,1% bzw. 1,3% und 0,3% aus. 

Kleinstunternehmen mit nur einer beschäftigten Person werden sehr viele gegründet, sind jedoch weitaus anfälliger als grössere Einheiten. Sie weisen deutliche niedrigere Überlebensraten auf als Unternehmen, die bei der Gründung mehr Personen beschäftigen. Beispielsweise waren weniger als die Hälfte (48,3%) der im Jahr 2017 «ex nihilo» gegründeten Kleinstunternehmen (1 beschäftigte Person) im Jahr 2022 noch aktiv, während die Überlebensraten bei Neugründungen in den Grössenklassen «2 bis 4 Beschäftigte», «5 bis 9 Beschäftigte» und «10 oder mehr Beschäftigte» bei 58,5% bzw. 60,6% und 69,3% lagen. 

Starker Rückgang der Unternehmensschliessungen 

Bei den Unternehmensschliessungen stellte sich 2020 eine Trendwende ein. In diesem Jahr stellten 35 771 Unternehmen ihre Tätigkeit endgültig ein, 11,1% weniger als im Vorjahr. Durch diese Schliessungen gingen 48 592 Stellen verloren. So tiefe Werte wurden letztmals 2014 verzeichnet. 

Die meisten Unternehmensschliessungen betreffen Einheiten mit einer beschäftigten Person (84,0%). Die Schliessungsrate dieser Grössenklasse ist mit 9,8% relativ hoch. Einheiten mit mindestens 5 Beschäftigten wiesen beispielsweise eine Schliessungsrate von 0,5% auf und machten nur 1,8% aller definitiven Schliessungen aus. Diese Ergebnisse bestätigen die grössere Anfälligkeit von kleineren Unternehmen.

Beschäftigungsveränderung: das Gewicht des Bestehenden 

Anhand der jüngsten Daten zu den definitiven Schliessungen konnte die Beschäftigungsveränderung zwischen 2020 und 2021 näher analysiert werden. In diesem Zeitraum hat die Schweizer Wirtschaft 57 266 zusätzliche Stellen geschaffen (+1,3%). Diese Entwicklung beruht hauptsächlich auf einer endogenen Veränderung: Unternehmen innerhalb derselben Branche generierten einen positiven Saldo von 51 709 Stellen. Der zweite Faktor, der dieses Ergebnis erklärt, ist der Saldo aus «ex nihilo»-Neugründungen abzüglich der endgültig verlorenen Arbeitsplätze (+10 967 Stellen). 

Auch strukturelle Änderungen führten zu einem positiven Saldo, ihre Auswirkungen waren jedoch geringer (+1750 Stellen). Organisatorische Änderungen hingegen wirkten sich mit einem Nettoverlust von 7160 Arbeitsplätzen negativ auf die Beschäftigungsdynamik aus. 

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.

Details

Dargestellter Zeitraum
2020-2022
Periodizität
Jährlich
Raumgliederung
Schweiz
BFS-Nummer
2024-0424-d
Nutzungsbedingungen
OPEN-BY
Freie Nutzung - Quellenangabe ist Pflicht
Artikeltyp:
Medienmitteilung
Veröffentlicht am:
02.12.2024

Verfügbare Sprachen

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