20.03.2025 - 8,2% der Jugendlichen, die zwischen 2011 und 2013 ihr 15. Altersjahr vollendet haben, hatten zehn Jahre später noch keinen Abschluss der Sekundarstufe II. Bei den Jugendlichen aus Haushalten, die zu den 20% mit dem geringsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen gehören, beläuft sich dieser Anteil auf 13%, bei jenen, die wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen, sogar auf 24%. Jugendliche mit diesem Hintergrund absolvieren zudem wesentlich häufiger ein eidgenössisches Berufsattest und deutlich seltener eine Maturität als die anderen. Die Wahrscheinlichkeit, einen Abschluss zu erlangen, hängt auch von anderen sozioökonomischen Faktoren ab, die sich gegenseitig beeinflussen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse aus einer neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) auf Basis von Längsschnittanalysen mit Daten zu rund 82 000 Jugendlichen.
Rund 59% der Jugendlichen, die zwischen 2011 und 2013 ihr 15. Altersjahr vollendet haben, hatten bis zum Alter von 25 Jahren als Erstabschluss auf Sekundarstufe II ein drei- oder vierjähriges eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) erworben, 5,5% ein eidgenössisches Berufsattest (EBA), 4,6% einen Fachmittelschulausweis (FMS) und 21,7% ein gymnasiales Maturitätszeugnis. 8,2% hatten dagegen keinen Abschluss erlangt.
13% der Jugendlichen aus einkommensschwachen Haushalten verbleiben ohne Abschluss
Bei den Jugendlichen aus Haushalten, die zu den 20% mit dem geringsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen gehören, hatten 12,7% keinen Abschluss auf Sekundarstufe II erlangt, 4,8% davon waren gar nie in die Sekundarstufe II eingetreten. Bei den Jugendlichen aus den einkommensstärksten Haushalten liegen diese Anteile bei 5,1% bzw. 1,4%. In der Gruppe der Jugendlichen aus Familien, die wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen, haben 24,2% keinen Abschluss.
In Schulen mit mehr als einem Drittel Fremdsprachige haben über 10% der Jugendlichen keinen Abschluss
Eine Reihe weiterer sozioökonomischer Faktoren beeinflusst den Erwerb eines Abschlusses der Sekundarstufe II. Bei den Jugendlichen aus Einelternfamilien beispielsweise beläuft sich der Anteil der Personen ohne Abschluss auf Sekundarstufe II auf 12,5%, bei fremdsprachigen Jugendlichen auf 13,5%. Ebenfalls über 10% liegt der Anteil bei Jugendlichen, die die obligatorische Schulbildung in einer Schule mit mehr als einem Drittel fremdsprachiger Lernender absolviert haben. Die genannten Faktoren beeinflussen sich häufig gegenseitig und ihre Auswirkungen kumulieren sich tendenziell.
Jugendliche aus Haushalten mit niedrigem Erwerbseinkommen absolvieren häufiger ein EBA
Der sozioökonomische Kontext hat auch einen grossen Einfluss auf den erlangten Abschluss. 8,4% der Jugendlichen aus den Haushalten mit dem niedrigsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen schlossen ihre Ausbildung mit einem EBA ab. Bei den Personen aus Haushalten, die wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen, lag dieser Anteil bei 13,3%. Umgekehrt erlangten lediglich 0,9% der Jugendlichen aus den Haushalten mit dem höchsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen ein EBA.
Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten erlangen seltener eine Maturität
Von den Jugendlichen aus den Haushalten mit dem niedrigsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen erlangten 30,6% eine Maturität (gymnasiale Maturität, Fachmaturität oder Berufsmaturität), mit der sie ihre Ausbildung direkt in einer Hochschule fortsetzen können. Dieser Anteil sinkt bei den Jugendlichen aus Familien mit wirtschaftlicher Sozialhilfe auf 20,1%. Demgegenüber erreicht er bei den Haushalten mit den höchsten Nettoäquivalenzerwerbseinkommen 72,7%.
Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.