Anhand des Indikatorensystems zur Messung der Integration lässt sich die Situation der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten sowie der zweiten und höheren Generationen mit jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund im Zeitverlauf vergleichen. Das Indikatorensystem enthält 41 Indikatoren, die in acht Lebensbereiche gegliedert sind. 14 Indikatoren wurden mit den neusten verfügbaren Daten aktualisiert.
Lebensbedingungen und Armut: Unterschiede nehmen ab
Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im Hinblick auf ihre Lebensbedingungen und ihre finanzielle Situation im Allgemeinen schlechter gestellt als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Sie lebt häufiger in einem als zu laut empfundenen Quartier und verfügt über ein niedrigeres verfügbares jährliches Äquivalenzeinkommen (Median). Zudem ist die Armutsquote der Erwerbstätigen in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Personen, die in einem Haushalt mit Migrationshintergrund leben, haben darüber hinaus rund dreimal häufiger Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen.
Die Situation der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat sich jedoch in den letzten zehn Jahren bei einigen Indikatoren wie bei den Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, und bei der Armutsquote verbessert. Ihr verfügbares jährliches Äquivalenzeinkommen (Median) ist stärker gestiegen als jenes der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Sozialer Zusammenhalt: Weniger Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt, mehr Hilfe von anderen
Auf der einen Seite fühlt sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund weniger durch als anders wahrgenommene Personen gestört als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Nachdem dieser Anteil bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zwischen 2018 und 2022 gestiegen war, geht er seit 2022 wieder zurück. Auf der anderen Seite ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der Anteil der Personen, die andere bei Bedarf um Hilfe bitten können, signifikant kleiner als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Er ist aber im Zeitverlauf gestiegen.
Diese nachweisbaren Unterschiede können jedoch nicht einzig auf den Migrationsstatus zurückgeführt werden. Andere Variablen wie das Alter, die Staatsangehörigkeit oder das Bildungsniveau können ebenfalls einen Einfluss haben.
Dokumente und Dateien
Tabelle24.07.2025
Akzeptanz von gesellschaftlicher Vielfalt, nach Migrationsstatus und verschiedenen soziodemografischen Merkmalen
Anteil der Bevölkerung, die gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt offen ist
Durchschnittliche Wohnfläche pro Person in Haushalten von zwei oder mehr Personen, nach Migrationsstatus des Haushalts und Anzahl Zimmer der bewohnten Wohnungen